Ozeane – Matura Zusammenfassung
Geografie · Klicke auf ein Thema
Rechtliche Einteilung der Ozeane (UNCLOS 1982)
Das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) regelt die Nutzungsrechte der Meere. Klicke auf eine Zone:
BG = Binnengewässer · 12 = Küstenmeer · AWZ = Ausschließliche Wirtschaftszone · FS = Festlandsockel
Wichtige Probleme im Überblick
Überfischung in AWZ-Grenzbereichen – Streit über Quoten
Illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU)
Beifang: Nicht-Zielarten sterben als Nebenprodukt
Manganknollen & Massivsulfide am Tiefseeboden – unklar, wer sie reguliert
Ölbohrungen in der AWZ → Umweltkatastrophen (z.B. Deepwater Horizon)
Tiefseebergbau bedroht einzigartige Ökosysteme
China beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer («Neun-Striche-Linie»), was mit den AWZ von Vietnam, den Philippinen, Malaysia und Brunei kollidiert. Das Ständige Schiedsgericht in Den Haag erklärte Chinas Ansprüche 2016 für unvereinbar mit UNCLOS – China akzeptiert das Urteil nicht.
Küstenformen
Es gibt zwei Hauptgruppen: Ausgleichsküsten (vom Meer geformt) und Einbruchsküsten (durch Tektonik/Glazial). Klicke auf eine Form:
Wähle eine Küstenform oben aus.
Tabelle: Entstehung im Überblick
| Küstenform | Entstehung | Beispiel |
|---|---|---|
| Fjordküste | Glaziale Übertiefung, Meeresspiegelanstieg | Norwegen, Neuseeland |
| Boddenküste | Eiszeit, Überflutung von Hügelland | Rügen (Ostsee) |
| Riaküste | Flusstal überflutet (Transgressionsküste) | Galicien (Spanien) |
| Haff-/Nehrungsküste | Stranddrift schafft Nehrungen, Lagunen | Kurisches Haff (Ostsee) |
| Wattküste | Meeressedimente, Gezeiten | Nordsee (Wattenmeer) |
| Deltaküste | Flusssedimentablagerung | Nil, Mississippi, Mekong |
| Steilküste / Kliff | Wellenerosion, Abbruch | Kreidefelsen Rügen, Etretat |
| Mangrovenküste | Sedimentfang durch Mangrovenwurzeln | Bangladesch, Westafrika |
Riffe – Entstehung, Probleme & Lösungen
Korallen sind Polypen, die ein Kalkskelett aus CaCO₃ bilden. Über tausende von Jahren entsteht daraus ein Riff. Voraussetzungen: Wassertemperatur 20–29 °C, klares, flaches (0–50 m), salziges Wasser, ausreichend Licht für symbiontische Zooxanthellen (Algen, die Photosynthese betreiben und die Koralle ernähren).
Riff-Typen
- Saumriff: direkt an der Küste
- Barriereriff: durch Lagune getrennt (z.B. Great Barrier Reef)
- Atoll: Ring um versunkenen Vulkan (Darwin-Theorie)
Korallenbleiche: Erwärmung → Zooxanthellen werden ausgestoßen → Koralle stirbt (Massenbleiche: 1998, 2016, 2024)
Ozeanversauerung: CO₂ → Kohlensäure → weniger CaCO₃ → Skelettbildung gestört
Wasserverschmutzung (Dünger, Sediment) → Algenwachstum
Destruktive Fischerei (Dynamit, Zyanid)
Massentourismus → Ankerschäden, Sonnencrème
Schutz & Regulierung
- Meeresschutzgebiete (MPAs) – keine Fischerei, kein Tauchen
- Verbot destruktiver Fischereipraktiken
- Tourismuskontingente (z.B. Koh Tao, Malediven)
Restaurierung & Forschung
- Korallenfarmen & Wiederansiedelung
- Züchtung hitzeresistenter Korallenarten
- Reduktion von CO₂-Emissionen (Pariser Abkommen)
- Meeresmonitoring & Frühwarnsysteme
Das größte Korallenriff der Welt (ca. 2.300 km, Australien) ist UNESCO-Weltnaturerbe. Seit 2016 massive Korallenbleiche durch rekordhohe Wassertemperaturen. Bedroht durch Klimawandel, Düngerabflüsse aus der Landwirtschaft und den Dornenkronenseestern. Australien investiert Millionen in Monitoring und Restaurierungsprojekte.
Nutzung der Weltmeere & Konflikte
Fakten
- Ca. 80 Mio. Tonnen Fisch/Jahr (wild gefangen)
- 33% der Bestände überfischt (FAO)
- 500 Mio. Menschen abhängig von Fischerei
Konsequenzen
- Kollaps von Beständen (z.B. Kabeljau Grand Banks 1992)
- Trophic cascade: Störung ganzer Nahrungsnetze
- Beifang: Delfine, Schildkröten, Seevögel
- Armutsbedrohung für Kleinfischer in Entwicklungsländern
Arten
- Erdöl & Erdgas (Offshore-Förderung)
- Manganknollen (Tiefsee, international)
- Massivsulfide, Kobalt-reiche Krusten
- Sand & Kies (Meeresgrund)
- Süßwasser (Meerwasserentsalzung)
Konsequenzen
- Ölunfälle → Ökosystemzerstörung
- Tiefseebergbau → Sedimentfahnen, Lärm
- Verlust mariner Biodiversität
Verbindung zur rechtlichen Einteilung
| Zone | Nutzungsrecht | Konfliktpotenzial |
|---|---|---|
| Küstenmeer (12 sm) | Staat hat volle Souveränität | Gering (klar geregelt) |
| AWZ (200 sm) | Exklusivrecht auf Fischerei & Rohstoffe | Hoch: Grenzstreitigkeiten, illegale Fischerei, Ressourcenausbeutung |
| Festlandsockel | Bodenschätze gehören dem Küstenstaat | Mittel: Überlappende Ansprüche |
| Hohe See | Freiheit für alle – ISA reguliert Tiefsee | Sehr hoch: «Tragödie der Allmende», IUU-Fischerei |
Beispielkonflikte
EU-Fischereiabkommen geben europäischen Flotten Zugang zu westafrikanischen AWZ. Lokale Kleinfischer können nicht konkurrieren → Ernährungsunsicherheit, Migration. Kritik: ungleiche Machtverhältnisse.
Durch Eisschmelze werden neue Erdöl-/Gasreserven und Schifffahrtsrouten zugänglich. Russland, Kanada, USA, Norwegen, Dänemark streiten über Festlandsockelansprüche. UNCLOS-Grenzziehung läuft noch.
Die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) vergibt Lizenzen für den Abbau von Manganknollen in der Hohen See. Umweltschützer fordern Moratorium, da Ökosystemfolgen kaum erforscht sind.
EU-Quotensystem regelt, wie viel jede Nation fangen darf. Nach dem Brexit entstanden neue Konflikte zwischen der EU und dem UK über Fischereirechte in britischen Gewässern.
30×30-Ziel: 30% der Meere bis 2030 unter Schutz (Kunming-Montreal)
High Seas Treaty (2023): erster globaler Meeresschutzvertrag für die Hohe See
Fanquoten & Moratorien (z.B. IWC-Walfangmoratorium)
Zertifizierungen (MSC) für nachhaltige Fischerei